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Pressespiegel

Handelsblatt, 14.12.2004

Transplantation von Knorpel hilft auch Hüftkranken - Mediziner zögern das Einsetzen von künstlichem Hüftgelenk hinaus

Neben den Knochen gilt vor allem Knorpel als das Stützgewebe des Körpers. Seine beste Eigenschaft ist seine Flexibilität: Knorpel kann Druck ausgleichen, Gewicht aushalten und Bewegung ermöglichen. Umso schlimmer, wenn er geschädigt ist. Für das Knie gibt es in diesem Fall bereits seit über zehn Jahren die Methode, nachgezüchteten, körpereigenen Knorpel einzusetzen. Nun soll diese Technik auch Hüftkranken helfen.

Jürgen Beyer, Orthopäde und Ärztlicher Leiter der Stuttgarter Apollo-Klinik hat die so genannte Mosaik-Plastik-Technik, bei der Knorpel-Knochenzylinder von geringer belasteten Stellen entnommen und direkt in den geschädigten Bereich eingesetzt werden, auf die Behandlung von Hüften übertragen.

Rund 200 000 künstliche Hüftgelenke werden in Deutschland Jahr für Jahr eingesetzt. Zunehmend müssen sie ausgetauscht werden weil künstliche Hüften nur bis zu 15 Jahre halten und die Menschen immer älter werden oder bereits in jungen Jahren ein künstliches Gelenk eingesetzt bekommen. "Dem kann man mit der Mosaikplastik vorbeugen - zwar nicht in allen, aber doch in vielen Fällen", sagt Beyer. Der Spezialist hat die Knorpeltransplantation im Knie vor Jahren an der Uni-Klinik Tübingen mitbegründet und ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Knorpel- und Knochentransplantation. An der Hüfte hat er bisher mehr als 50 Patienten mit der Methode der Mosaikplastik behandelt und ihnen damit eine Hüftprothese erspart. ap

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