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PressespiegelApollo Klinik Stuttgart stuttgart agenda 2003 Der Transporter ist voll beladen mit Kinderkleidung und sonstigen Hilfsgütern. Bereit zur Abfahrt. "Halt!" ruft die kleine Ann-Katrin. "Mami, darf ich das noch mitschicken?" Die Kleine hat liebevoll ihr Lieblingsspielzeug zusammengepackt und legt es in den Laster. " "Die Kinder dort brauchen es doch mehr als ich hier." Ann-Katrin und ihre Mutter Alexandra Beyer schauen dem Transporter nach, der nach Rumänien aufbricht. "Ja, in Rumänien, da brauchen die Kinder wirklich jede Hilfe, die wir geben können. Ihnen fehlt es an allem", ergänzt Alexandra Beyer, "und ich freue mich jedes Mal, wenn ich erfahre, dass die Hilfsgüter angekommen sind. Und sie werden auch wirklich an die verteilt, für die sie überlebensnotwendig sind." Begonnen hatte das Genze, als Alexandra Beyer ihr erstes Kind erwartete. "Ich war im fünften Monat schwanger. Bettchen, Wickelkommode und Kleidchen waren schon vollzählig da. Ebenso Geschenke von Eltern, Freunden und Verwandten. Da hörte ich von Waisenkindern in Rumänien, die auf Gitterrosten ohne Decken schlafen. Sie hungern nach Lebensmitteln, aber auch nach Liebe und Zuneigung. Pflegepersonal fehlt. Im Jahre 2001 organisiert Alexandra Beyer schließlich mit Staatsminister Dr. christoph Palmer die Versteigerung eines Bildes zugunsten eines Waisenhauses in Rumänien in der Nähe von Moldawien. "Hat man selbst Kinder, denen es gut geht, die kuschelig in ihren Bettchen liegen, die Wärme und Geborgenheit bekommen, müsste es die Pflicht einer jeden Mutter sein, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, um sich um Kinder zu kümmern, die schutzlos, ohne Eltern und unter wirtschaftlich und medizinisch miserablen Bedingungen leben. Ich hatte Glück. Ich wurde in ein stabiles Umfeld geboren, konnte mich frei und beschützt ohne materielle Not entfalten. Ich möchte, dass die Kinder wenigstens etwas Menschlichkeit und Menschenwürde erleben dürfen." Alexandra Beyer mobilisiert Freunde und Bekannte. Spenden statt Geburtstagsgeschenke, sammelt Kleidung, Decken und alles, was sie kriegen kann. Die Garagen der Eltern und Schwiegereltern müssen als Lager herhalten. Sie lernt AGAPEDIA, die Stiftung des Fußballstars Jürgen Klinsmann, kennen. Auch diese Einrichtung kümmert sich um Waisenkinder in Rumänien und Bulgarien. Zusammen mit der Geschäftsleiterin Marika Barth und den anderen Hilfskräften werden Sammelaktionen und Events durchgeführt, um die Organisation bekannter zu machen. Vor allem aber wird angestrebt, dass viele Menschen hier Patenschaften für die Waisenkinder dort übernehmen. Alexandra Beyer hat Germanistik, Philosophie und Geschichte studiert. Inzwischen leitet und betreibt sie die Apollo Klinik Stuttgart für orthopädische Chirurgie, Venenheilkunde, Schmerztherapie, Sporttraumtologie, plastisch-ästhetische Chirurgie sowie das dortige Laserzentrum. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Klinikleiterin werden würde. Aber wie das Leben so spielt. Mein Mann ist niedergelassener Orthopäde und arbeitet operativ in Stuttgart. Er pflegt weltweite Kontakte zu seinen Kollegen, setzt sich mit modernsten neuen Behandlungsmethoden auseinander. Er brauchte Belegbetten, war aber in seiner Arbeit sehr eingespannt. Also kümmerte ich mich darum, fand diese Klinik, gab ihr den Namen Apollo, renovierte alles und plötzlich war ich Eigentümerin und Leiterin einer Privatklinik." Klinikleiterin, Mutter, Hausfrau, soziales Engagement. "Ich bin überzeugt, dass man die Dinge des Lebens nicht jedes für sich isoliert sehen darf und sollte. Wichtig ist doch, dass man sich gegenseitig hilft, unterstützt und seine Fähigkeiten dazu einsetzt, die Welt und das Leben des Einzelnen besser werden zu lassen. Nehmen wir die innovativen Methoden in der Medizin. Nehmen wir die Knorpeltransplantation, die mein Mann Dr. Jürgen Beyer und Dr. Ulrich Marx durchführen. Wie vielen gerade jungen Menschen kann dadurch medizinisch, aber auch auf ästhetische Weise geholfen werden, da sie von einer Prothese verschont bleiben." Neuen Dingen gegenüber stets offen sein. Nach diesem Motto lebt, arbeitet und denkt Alexandra Beyer. "Das eigenständige Denken wird heute oft vernachlässigt. Man kann nicht alles nur nach Wirtschaftlichkeit beurteilen oder danach, was es einem selbst in seiner kleinen Welt bringt. Differenziertes Denken ist nötiger denn je. Die Dinge des Lebens aus allen Perspektiven betrachten. Transparenz schaffen. Offenheit und Toleranz in sein kleines Umfeld einlassen, dafür aber auch im Großen dafür einstehen. Fangen wir mit kleinen Schritten an und oft schneller als man denkt, hat man eine schwierige Wegstrecke zurückgelegt. Vor allem, wenn wir sie gemeinsam, uns einander unterstützend gehen." Sich nicht isolieren ist für Alexandra Beyer das wichtigste Rezept um Dinge zu erreichen. "Ich lebe gern in Stuttgart", sagt Alexandra Beyer. Tochter einer Bodenseeschwäbin und eines Berliners, "wünschte mir aber gerade in dieser Stadt, wo es so tolle, interessante, innovative und hilfsbedürftige Mitmenschen und Bürger gibt, dass sie sich weniger abkapseln. Es ist manchmal schade, denn zusammen sind wir hier in dieser Stadt eine ungeheuer starke Gemeinschaft, die viel bewegen könnte. Egal aus welchem Bereich der Einzelne kommt." "Beseelen", lautet ein Leitmotiv im Leben Alexandra Beyers, "ich bin keine Moralistin mit erhobenem Zeigefinger. Doch wir müssen wieder weg vom egoistischen Nutzendenken. Wir, der Einzelne und die Gesellschaft, brauchen wieder einen Grundanstand. Man kann dies Moral oder Pietät nennen. Wir brauchen einen menschlichen Grundanstand, der den anderen respektiert und nicht verletzt. Ich wünschte mir, dass wir alle wieder mehr beseelte Menschen und weniger funktionierende Wesen werden." Alexandra Beyer verändert und gestaltet gerne. So hat sie nun auch die neuen Arztpraxisräume ihres Mannes in der Stuttgarter Innenstadt eingerichtet. Modern, aber dennoch angereichert mit alten Stücken aus Familienbesitz, eine Mischung aus Vertrautem und Hochmodernem, dem neuesten Stand der Technik entsprechend. "Nach dem Einrichten dachte ich mir aber: irgendetwas fehlt. Und da entdeckte ich zwei Engel. Mögen die einen sagen, dies sei Kitsch. Für mich sind Engel das schönste Symbol für die begleitende und beschützende Kraft, die wir anderen geben können. Ich habe die Engel für die Praxis gekauft." |
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