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Pressespiegel

Stuttgarter Nachrichten, 02.01.2008

Chrom-Kobalt-Implantant gleicht Knorpelschäden aus

Neue Behandlungsmethoden bei Hammerzehen und anderen degenerativen Veränderungen an Gelenken

Wenn Sandra Haller heute mit ihrem Golden Retriever spazieren geht, hat sie keine Schmerzen mehr. Noch vor wenigen Monaten waren die ausgedehnten Spaziergänge mit Kira eine richtige Herausforderung für die Verwaltungsangestellte. Was sie plagte, war ihr rechter großer Zeh, genauer gesagt eine schmerzhafte knöcherne Veränderung am Großzehengrundgelenk, auch als Hallux valgus oder Hammerzehe bekannt, verbunden mit einem Hallux rigidus, wie der fortschreitende Knorpelverlust am Großzehengrundgelenk auch heißt.

„Mein rechter Zeh war geschwollen, ich hatte Schmerzen beim Auftreten und beim Abrollen des Fußes“, erzählt Sandra Haller. Eine Deformation am Vorderfuß, unter der bereits ihr Vater litt. Je spitzer und höher Sandras Schuhwerk war, desto größer wurden die Schmerzen. „Doch welche Frau will schon immer in breiten Gesundheitsschuhen rumlaufen?“, fragt Sandra Haller.

„Früher gab es für diese Art der Fehlstellung des großen Zehs vom Arzt meist Schmerzmittel und Einlagen. So konnte die Versteifung des Gelenks, die meist am Ende einer Arthrose im Großzehengrundgelenk stand, hinausgezögert werden“, sagt der Stuttgarter Orthopäde Dr. Jürgen Beyer. Eine neue Behandlungsmethode jedoch gibt Patienten wie Sandra Haller ihre Beweglichkeit im Fuß zurück. Ich Name ist Hemi-Cap, sie sieht aus, als gehöre sie in einen Werkzeugkasten für Heimwerker. Was im Laufe der Jahre durch Fehl- oder Überbelastung an Gelenkknorpel zerstört wurde, kann durch das Chrom-Kobalt-Implantat, das an eine Schraube erinnert, ersetzt werden. Dabei übernimmt die Oberfläche des Implantates, eine Kappe aus Titanium, die Funktion des zerstörten Gelenkknorpels.

„Mit dieser neuen Technologie steht ein weiteres Mittel zur Behandlung in der Arthrosetherapie zu Verfügung“, sagt Jürgen Beyer. Ein Vorteil des Verfahrens sieht der Orthopäde darin, dass bei der Operation nur sehr kleine Schnitte notwendig sind, was den Heilungsverlauf verkürzt. Außerdem kann der Patient sofort nach dem Eingriff das betroffene Gelenk wieder mit dem vollen Körpergewicht belasten. Dies alles macht die neue Methode damit auch für bestimmte Knorpelschäden an anderen Gelenken zu einer Therapieoption, wie etwa im Knie, an der Hüfte oder der Schulter.

Bei Sandra Haller wurde eine Titanschraube in den Mittelfußknochen geschraubt und auf diese das der natürlichen Anatomie angepasste Chrom-Kobalt-Implantat aufgebracht. „Wir erreichen damit eine homogene Gelenkoberfläche, die in ihrer Funktion von einer gesunden Gelenkfläche praktisch nicht zu unterscheiden ist“, so Beyer. Sandra Heller jedenfalls kann heute schmerzfrei laufen – auch in spitzen, hohe Schuhen.     
 
Peter-Michael Petsch

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