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PressespiegelEsthetic Pure, Ausgabe Dezember 2002 Möglichkeiten und Risiken in der Schönheitschirurgie Ein Interview mit Herrn Dr. med. Ramin Khorram, leitender Plastischer Chirurg des Zentrums für Ästhetisch-Plastische Chirurgie der Apollo Klinik in Stuttgart Esthetic Pure: Herr Dr. Khorram, im Rahmen des breiten Operationsspektrums am Zentrum für Ästhetisch-Plastische Chirurgie an der Apollo Klinik in Stuttgart bieten Sie Operationen der Brust an. Nach welcher Art von Brustkorrektur fragen Sie die meisten Patienten? Dr. Khorram: Die häufigste Operation der weiblichen Brust ist
derzeit sicherlich die E.P: Welche Art von Implantaten wird heute verwendet und welche bevorzugen Sie? Dr. Khorram: Alle heute hergestellten Implantate haben eine geschmeidige Silikonhülle. Als Füllung stehen Kochsalz, Hydrogel und Silikon zur Verfügung. An unserer Klinik bevorzugen wir aufgrund der besonders natürlichen Konsistenz Implantate mit Silikongelfüllung. Diese fühlen sich wirklich wie eine normale Brust an. E.P: Es gab doch einige Zeit Bedenken gegen Silikon. Wie ist der aktuelle Wissensstand? Dr. Khorram: Silikon ist eines der gebräuchlichsten und wichtigsten Materialien des täglichen Lebens und findet sogar in der Lebensmittelindustrie Anwendung. Nach einer Welle der Verunsicherung in den neunziger Jahren, wurde in groß angelegten wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass silikongelgefüllte Brustimplantate insbesondere kein höheres Risiko einer Immunerkrankung oder Krebs hervorrufen. Allergien gegen Silikon sind nicht bekannt. Nachteilige Auswirkungen auf Schwangerschaft, Stillfähigkeit oder Gesundheit der gestillten Kinder wurden nicht nachgewiesen. Durch das Europäische Komitee für Qualitätssicherung und Medizinprodukte in der Plastischen Chirurgie (genannt EQUAM) werden strenge Richtlinien erstellt, nach denen die Hersteller ihre Produkte zahlreichen Tests unterziehen müssen. Hierdurch wird maximale Sicherheit gewährleistet. E.P.: Wie stabil ist eigentlich ein Silikonimplantat ? Dr. Khorram: Die Implantathüllen sind äusßerst stabil. Aufgrund der Qualitätssicherung durch EQUAM müssen Silikonimplante unter anderem maschinell zwei Millionen Mal gequetscht werden. Meine Patientinnen können sich beim Beratungsgespräch persönlich durch selbst durchgeführte Manipulationen am Implantat von der Stabilität überzeugen. Es muss noch erwähnt werden, dass die neue spezielle Oberflächengestaltung der Implantathüllen das Risiko einer Kapselfibrose erheblich minimiert. E.P.: Wie werden die Implantate in die weibliche Brust eingebracht ? Gibt es da verschiedene Techniken ? Dr. Khorram: Prinzipiell ist es möglich die Implantate unter die weibliche Brustdrüse oder unter den Brustmuskel einzusetzen. Als operativer Zugangsweg dient ein ca. 3-4 cm kleiner Hautschnitt in der Achselhöhle, entlang des Brustwarzenvorhofs oder versteckt in der Brustfalte. Mit allen 3 Zugangswegen kann bei richtiger Technik eine unauffällige feinste Narbe erzielt werden. Die Präparation der Implantathöhle erfolgt bei uns mit Hilfe eines speziellen Glasfaseroptik-Leuchthakens wodurch eine optimale Darstellung und sichere Blutstillung gewährleistet wird. E.P.: Wann empfehlen Sie die Implantation unter dem Brustmuskel ? Dr. Khorram: Der sogenannten submuskulären Implantation ist immer Vorzug zu geben, da das Implantat von der Muskulatur zusätzlich gestützt wird. Zudem ist das Implantat insbesondere bei schlanken Personen weniger tastbar. Bei erschlafften Brüsten ist aber durchaus eine Implantation unter der Brustdrüse sinnvoll um den Hautweichteilmantel besser auszufüllen. In manchen Fällen ist eine Kombination mit einer kleinen Straffungsoperation sinnvoll. Die Variationen der Operationstechniken müssen individuell und eingehend mit jeder Patientin besprochen werden. Zudem sollte eine Klinik über ein Implantatlager mit verschiedenen Implantatformen verfügen. E.P.: Ist für eine Brustvergrößerung eine stationäre Behandlung notwendig ? Dr. Khorram: Obwohl eine Brustvergrößerung prinzipiell auch ambulant unter Lokalanästhesie möglich wäre, ist nach meiner Meinung die Operation in kurzer schonender Vollnarkose und eine stationäre Behandlung über ein bis drei Tage sinnvoll. Dies ist wesentlich sicherer und für die Patienten angenehmer. E.P.: Was ist bei der Nachbehandlung zu beachten ? Dr. Khorram: Aus meiner Sicht ist die Nachbehandlung genauso wichtig wie die ausführliche Patientenberatung und wie die eigentliche Operation. In regelmäßigen Abständen sollte der Operateur Verbandswechsel durchführen um die Wundheilung zu sichern. Nach der Operation sollte über 6 Wochen zur Formgebung ein Spezial-BH getragen werden. Die berufliche Tätigkeit kann nach einer Woche wieder aufgenommen werden. Sportliche Aktivitäten sollten ebenfalls über 6 Wochen reduziert werden. E.P.: Welche Operationen oder Behandlungen sind sonst noch derzeit sehr gefragt ? Dr. Khorram: Im Trend liegen sicherlich die Faltenbehandlung durch Unterspritzung mit Hyaluronsäure, Kollagen oder Milchsäure. Außerdem besteht die Möglichkeit mit Botulinum-Toxin-Injektionen durch eine Entspannung der Muskulatur die Stirn- und Zornesfalten sowie die Krähenfüsschen zu behandeln. Dies sind alles kleine effektive dankbare Behandlungen, die grössere Eingriffe wie ein Face- oder Stirnlifting zeitlich deutlich hinauszögern können, wenn sie professionell durchgeführt werden. Ich berate die Patienten regelmäßig dahin, dass die minimal invasiven Therapiekonzepte vor dem Entschluss zu größeren Engriffen ausgeschöpft werden sollten. E.P.: Aber manchmal ist eben doch eine Straffungsoperation notwendig. Dr. Khorram: Als häufigste Straffungsoperation im Gesicht ist die Oberlidstraffung zu nennen. Dieser kleine Eingriff kann auch gut in Lokalanästhesie erfolgen. Die bekannten Schlupflider werden hierbei effektiv unter Entfernung des hervorquellenden Fettgewebes behandelt. Der vorher müde Blick wird nach der Operation durch eine frische offene Augenpartie ersetzt. Bei der Unterlidsstraffung und Tränensackkorrektur verhält es sich ähnlich. Wir bieten den Patienten nach diesen relativ kleinen Eingriffen zur Qualitätssicherung eine Übernachtung in unserer Klinik an. Größere Straffungsoperationen wie ein Stirn- oder Face-Lifting sollten unter Vollnarkose und mehrtägiger stationärer Nachbehandlung durchgeführt werden. E.P.: Welche Möglichkeiten bietet der Laser in der ästhetischen Chirurgie ? Dr. Khorram: Unter professioneller Anwendung bietet die Lasermedizin vielfältige Möglichkeiten. Wir verfügen in unserer Klinik über 4 modernste Lasersysteme, die nur von erfahrenen Fachärzten bedient werden, um die maximale Sicherheit zu gewährleisten. Je nach Laser-Typ können damit Falten, Pigmentstörungen, gutartige Muttermale und Feuermale entfernt werden. Die Behandlung der Couperose und Tätowierungen sind ebenfalls möglich. Für die dauerhafte Haarentfernung steht bei uns ein spezielles Lasersystem bereit. E.P.: Führen Sie an Ihrer Klinik auch Fettabsaugungen durch ? Dr. Khorram: Die Fettabsaugung gehört zu den häufigsten ästhetischen Eingriffen. Man sollte die Fettabsaugung nicht als Methode zur Gewichtsreduktion verstehen, sondern sie eher als Mittel zur Körperkonturierung der Problemzonen betrachten. Die Patienten sollten alle Möglichkeiten der Gewichtsoptimierung ausgeschöpft haben. Die häufig durch Gewichtsabnahme nicht beeinflussbaren Zonen wie die typische Reithose der Oberschenkelaußenseiten oder das hartnäckige Hüft- und Bauchspeck sind ideale Indikationsgebiete. E.P.: Bevorzugen Sie eine spezielle Operationstechnik ? Dr. Khorram: Der Einsatz von heute so gern in den Medien als Wundermittel propagierten Techniken wie die ultraschallgestützte Liposuktion oder die Vibrationskanülen sind nach meiner Meinung eher als Werbemaßnahmen zu betrachten. Unter falscher Anwendung kann die ultraschallgestützte Liposuktion sogar Komplikationen wie Verbrennungen oder vermehrte Serome hervorrufen. Ausschlaggebend für eine ästhetisch optimale und sichere Fettabsaugung ist der Einsatz von feinsten Kanülen und dass man sich hierbei sehr viel Zeit nimmt. Die anatomischen Kenntnisse des Operateurs und seine Einschätzung der Gewebetypen mit den Besonderheiten der verschiedenen Operationszonen sind weitere entscheidende Faktoren. Hierdurch werden Risiken wie das Verletzen von tieferen Strukturen und Dellenbildung vermieden. E.P.: Welche Betäubungsform halten Sie für sinnvoll ? Ist eine stationäre Behandlung notwendig? Dr. Khorram: Heute wird in den Medien häufig die Fettabsaugung als kurzer ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie angepriesen. Bei dieser sogenannten Tumeszenz-Lokalanästhesie werden mehrere Liter Kochsalzlösung mit Betäubungsmittel und das blutstillende Epinephrin in die Operationszone gespritzt. Die genannten injizierten Mittel können in hohen Mengen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Die Beurteilung der Absaugregion ist durch die große eingespritzte Lösungsmenge erschwert. Trotz des begleitenden Dämmerschlafs bekommt der Patient doch einiges im Operationssaal mit. Deshalb führen wir im Regelfall unsere Fettabsaugungen in sanfter Vollnarkose durch. Diese wird kombiniert mit der Injektion einer geringen Lösungsmenge mit hauptsächlich blutstillenden Substanzen in das abzusaugende Fett. Mit dieser Methode ist ein sicheres Absaugen möglich und die Patienten haben das maximale Wohlbefinden. Eine stationäre Nachbehandlung über ein bis zwei Nächte ist bei uns immer vorgesehen. Hier kann eine optimale Kreislaufüberwachung und Schmerztherapie erfolgen. Bei Bedarf kann der stationäre Aufenthalt verlängert werden. E.P.: Wieviel sollte in einer Sitzung abgesaugt werden ? Wann ist eine Straffungsoperation notwendig ? Dr. Khorram: Die abgesaugte Menge sollte pro Sitzung 3-4 Liter nicht überschreiten. Mehr macht auch häufig keinen Sinn, da bei zu stark reduzierter Fettmenge der Hautmantel zu schlaff erscheint. Bei deutlichem Hautüberschuss sollte den Patienten eine Straffungsoperation angeraten werden. Bei der häufig empfohlenen Bauchdeckenstraffung kann hierbei auch die meist erschlaffte Bauchmuskulatur mitgestrafft werden, um eine schlankere Taille zu schaffen. Die Oberarm- oder Oberschenkelstraffung sind weitere Optionen der Körperformung. Je nach Ausmaß der Straffungsoperation ist ein stationärer Aufenthalt von bis ca. einer Woche empfehlenswert. E.P.: Wer darf eigentlich Schönheitsoperationen durchführen und was sollte man bei der Klinikauswahl beachten ? Dr. Khorram: Bei der Auswahl der Klinik sollte darauf geachtet werden, dass die Möglichkeit zur stationären Behandlung mit qualifiziertem Personal besteht. Das Operationsteam und der Anästhesist sollten rund um die Uhr erreichbar sein. Der Operateur sollte ein Facharzt für Plastische Chirurgie sein. Leider ist in Deutschland die Bezeichnung Schönheitschirurgie sowie ästhetische Chirurgie nicht geschützt. Jeder kann nach Absolvierung von Wochenendkursen Schönheitsoperationen durchführen. Die Facharztausbildung zum Plastischen Chirurgen beinhaltet als einzige Fachrichtung ebenfalls die ästhetische Chirurgie. Hier werden im Rahmen der mindestens sechsjährigen Ausbildung die essentiellen anatomischen Kenntnisse und komplexen Operationstechniken vermittelt. Zum Beispiel sind feinste Operationstechniken bis zur Mikrochirurgie durch die tägliche Arbeit auf rekonstruktivem Gebiet selbstverständlich. Lediglich Hals-Nasen-Ohren Ärzte oder Kieferchirurgen können durch eine zweijährige Zusatzfortbildung eine vergleichbare Ausbildung, begrenzt für das Gebiet der Gesichtschirurgie, erwerben. E.P.: Wie finde ich einen Plastischen Chirurgen ? Dr. Khorram: Fragen Sie den behandelnden Arzt immer nach seiner offiziellen von der deutschen Ärztekammer erteilten Qualifikation. Eine Liste der Plastischen Chirurgen kann man bei der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen erfragen (www.vdpc.de, Tel. 030/8851063). E.P.: Herr Dr. Khorram, wir danken Ihnen für dieses informative Gespräch ! Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 0711/60171010
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